RS: Perspectives 001 – Ultraworld

(Click here for English version)

Ein Flimmern.

Flackernde Punkte und Formen in den Augen. Streifen aus Licht, die unstet durchs Blickfeld mäandern. Ein rötlicher Schimmer, unaufhörlich in schnellem Takt pulsierend. Ein waberndes Farbengewitter hinter geschlossenen Augenlidern, verbunden durch kurze Momente der Schwärze.

Ein. Aus.
Ein. Aus.
Ein. Aus.

Hastige Atemzüge. Pumpende Lungen im Versuch, dem wummernden Takt der schweren Luft zu folgen. Bebende Nasenflügel, durch die der komprimierte Dampf von Schweiß, Rauch und gelebter Jugend in die Körper gezogen wird.

Perlen.

Ein Meer aus Schweißtropfen auf Häuten, gewoben zu Decken aus Feuchtigkeit, getragen durch den Raum, von Umriss zu Umriss, von Gestalt zu Gestalt. Perlen, tropfend von Decken, wandernd, herab an Hängen aus Kunststoff und Glas.

Beats.

Ein unablässiges Wummern in der Luft. Wuchtige akustische Schläge, ein stetes Trommelfeuer an Sounds, das in unermüdlichem Stakkato das Tempo der Nacht in Szene setzt. Vibrierende Pegel aus Schall, die den Raum, die Körper und die Zeit gnadenlos in eine feste Form zwingen, um diese gleich wieder auseinander zu reißen und neu zusammen zu setzen.

Es ist eine Samstagnacht im Jahr 2021. Oder vielleicht auch 1991?

Man weiß es nicht. Vielleicht spielt es auch keine allzu große Rolle. Für die Musik spielt es auf jeden Fall keine. Ihr ist es egal, wo wir sie als Zuschauende, oder vielmehr Zuhörende, hin definieren wollen. Für die jeweilige Zeit jedoch, in der die Musik stattgefunden hat bzw. stattfindet, spielt die Musik durchaus eine wesentliche Rolle. Eine Musik, die in ihrer theoretischen, künstlerischen, kulturellen Dimension im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte zwar einige Wandlungen in Wahrnehmung wie Zuschreibung erfahren haben mag, dabei in ihrem Kern jedoch die gleiche geblieben ist. (Fight us on this!)

Lang bevor elektronische Clubmusik, lang bevor „Techno“, bevor „House“, Einzug gehalten haben in ungezählte Spotify-Playlisten, Werbespots internationaler Konzerne und Seminarräume gesellschaftswissenschaftlicher Institute, gab es hier, in der nördlichsten Stadt Italiens, bereits einen kleinen Kreis von Menschen, die dieser Musik eine derart signifikante Bedeutung in ihren eigenen Biografien und ihrem Alltag gegeben haben, dass diese sich auf deren Schultern und Werk über die Jahre zu ebenjener Musikkultur entwickeln konnte, mit und in der wir heute leben .

Mit Überzeugung, Leidenschaft und der unerlässlichen Prise Wahnsinn im Blut haben sie sich in ein Projekt gestürzt, dessen Folgen sie vielleicht nicht in ihrer Gänze vorhergesehen, aber dessen Notwendigkeit und Potential sie definitiv in ihren Knochen gespürt hatten.

Ein Projekt, das seinen Anfang in einem unscheinbaren Gebäude in Oberföhring, einer kleinen, an der Nordgrenze Münchens anliegenden Gemeinde nahm, von wo aus es innerhalb weniger Jahre Formen und Ausmaße annehmen sollte, die man sich bei bestem Willen und visionärstem Blick nicht hätte ausmalen können.

Besagtes Gebäude, eine unscheinbare Baracke auf einem ehemaligen Lazarettgelände der in den Nachwehen des Zweiten Weltkriegs in Bayern stationierten US-Truppen, firmierte damals – vor seiner Zeit als „Kafe Kult“, als welches es manch einem heute besser bekannt sein dürfte – als „Kulturstation“ und hatte von der Mitte der 1980er-Jahre an bereits für eine Reihe subkultureller Spektakel mehr als bereitwillig Pate gestanden.

Im Herbst 1991 sollte dann ein weiteres das Licht der Welt erblicken. Ein Spektakel, welches mit Blick auf die bis dato – und auch seither – stark auf Punk, Hardcore & andere Gitarren-lastige Musik ausgerichtete Soundpalette der Kulturstation eine Zäsur für diese bedeuten sollte. Und mit Blick auf die kommenden Jahre ehrlicherweise nicht bloß für den Laden, sondern vielmehr für die Stadt.

Die Geburtsstunde der „Ultraworld“.

Energiegeladen und frisch inspiriert von einem Besuch im „Tresor“, ebenjener noch heute agierenden Soundinstitution der damals frisch gebackenen Bundeshauptstadt, wo sie eine nachhaltig prägende Nacht zu den Mixing-Künsten von Jeff Mills und Blake Baxter verbracht hatten, machten sich unsere zwei Hauptprotagonist*innen, Upstart* & Dorle*, an die Aufgabe, das dort Gesehene & Gehörte diesseits der Isar zu tragen und auch hier im Herzen der bayerischen Hauptstadt erlebbar zu machen und eine Heimat zu geben.

Gemeinsam mit der von Dirk von Lowtzow als „Nana Mouskuri des deutschen House“ besungenen Charlotte Goltermann und Herbert X schlugen sie ihre musikalischen Wurzeln in die bereitgestellte Fläche der Kulturstation und schufen mit Herzblut und purem Willen etwas, aus dem schließlich einer der Grundsteine der elektronischen Musikszene Münchens erwachsen sollte. Eine Tatsache, die den Beteiligten zu gegebenem Zeitpunkt vielleicht noch nicht wirklich bewusst war. Und seien wir mal ehrlich – eine Gruppe junger Menschen, die gemeinsam ihre Passion für eine neue Musik ausleben will? Klingt nicht allzu bahnbrechend, oder?

War es aber doch. In einer Stadt, in einer Jugend, die gerade im Begriff war, von einer Serie aus abebbendem Disco Fever, durchgenudelter Neuer Deutscher Welle und inflationär durchs Radio quäkenden melodischen Synthie-Hymnen mitten in eines der sündhaftesten Jahrzehnte der popmusikalischen Historie zu taumeln (Eurotrash galore!), an eine Musik zu denken, die nicht in molligen, Pathos-durchtränkten Harmonien und austauschbaren Lyrics ersäuft; in einem Laden, in dem der Otto-Normal-Gast Musik, die nicht vollständig aus infernalisch durchgepeitschten Gitarrenriffs und aus dem Brustton der selbstgerechten Überzeugung heraus systemverdammenden Texten bestand, ohnehin schon misstrauisch beäugt wurde, an eine Musik zu denken, die aus quasi gar keinen natürlichen Instrumenten, geschweige denn Texten mehr besteht; und dann noch die Chuzpe zu besitzen, aus dem Ganzen eine anschlussfähige lokale Musikkultur schaffen zu wollen… gewagt, will man meinen.

Ein Wagnis, dass das Quartett nur allzu gern eingegangen ist. Und eines, das sich bezahlt gemacht hat. Bewaffnet nur mit einer Handvoll Heller und Pfennigen, den neuesten Lieferungen aus dem Fundus des „Optimal“ – dem ikonischen Schallplattenladen im Münchner Glockenbach, den Upstart 1982 gegründet hatte – und einer Tonne voller Ideen, machten sich die Vier auf, dieser Musik, die damals noch so neu war, so schwer in Worte zu fassen, eine Heimat zu geben.

Und so wurde unter der musikalischen Federführung von Upstart und den kreativen Augen von Dorle und Charlotte die Kulturstation einmal im Monat von einem biersiffigen Verschlag verwandelt in einen Raum jenseits dessen, was sich Otto-Normal-Diskogänger*innen zu der Zeit optisch wie akustisch vorzustellen vermochten. Die Ultraworld lebte eben nicht allein von dem Sound, so neu, reizvoll und revolutionär dieser auch war. Die Ultraworld war ein ästhetisches Gesamtkonzept, ein Erlebnispark der Sinne. Optische, akustische, haptische Welten, komprimiert auf diese wenigen Quadratmeter im Herzen einer Grünanlage im Norden Münchens, und erlebbar nur in dieser einen besonderen Nacht im Monat. Und das trotz der damals gängigen Sperrstunde um 3 – all night long. Die Willigen wie Eingeweihten, die ihren Weg zur Kulturstation fanden, erwarteten im Inneren alles von gigantischen Fotocollagen aus aussortierten Kunstfotografien über volldekorierte Wälder aus Christbäumen, von gerupften Vögeln an den Decken zu ausufernden Dschungelplantagen. Das für jedes Mal neu entworfene, einzigartige Interieur der Ultraworld vermochte jeden Zuschauenden in seinen ganz eigenen Bann zu ziehen. Ein Bann, der seine volle Wirkung natürlich nur in Verbindung mit dem Sound entwickelte.

Dem neuen Sound der neuen Stunde – Techno.

Diese Musik, die man vorher so nicht gekannt hatte. Die man noch nicht so recht verstand. Die man mit dem Kopf auch nicht wirklich verstehen musste, weil ihre Wirkung so oder so entstand. Diese Musik, deren performative Wirkmacht bis heute nichts an Intensität verloren hat. Mit dieser ihr innewohnenden Fähigkeit, aus endlos scheinender Repetition und der schieren Wucht ihrer Lautstärke bei ihrer Zuhörerschaft einen Zustand zu schaffen irgendwo zwischen Ekstase und Meditation, zwischen völliger Enthemmtheit und absoluter innerer Ruhe. Und das mit nicht viel mehr als einer Bassdrum, ein paar High-Hats und einer Snare.

Diese Magie einzufangen, in den Moment zu bannen, und sie über eine ganze Nacht zu ziehen, das haben seither schon viele geschafft. Aber dort in der Kulturstation, das war einer der Orte, wo es mit angefangen hat. In einer kleinen Baracke in Oberföhring, mit nicht viel mehr ausgestattet als einem Mixer, zwei Plattenspielern, ´ner wuchtigen PA, einer Nebelmaschine und ein paar Strobos. Und ganz ehrlich – was braucht es auch großartig mehr?

[Fortsetzung folgt…]

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Ein Flimmern.

Flackernde Punkte und Formen in den Augen. Streifen aus Licht, die unstet durchs Blickfeld mäandern. Ein rötlicher Schimmer, unaufhörlich in schnellem Takt pulsierend. Ein waberndes Farbengewitter hinter geschlossenen Augenlidern, verbunden durch kurze Momente der Schwärze.

Ein. Aus.
Ein. Aus.
Ein. Aus.

Hastige Atemzüge. Pumpende Lungen im Versuch, dem wummernden Takt der schweren Luft zu folgen. Bebende Nasenflügel, durch die der komprimierte Dampf von Schweiß, Rauch und gelebter Jugend in die Körper gezogen wird.

Perlen.

Ein Meer aus Schweißtropfen auf Häuten, gewoben zu Decken aus Feuchtigkeit, getragen durch den Raum, von Umriss zu Umriss, von Gestalt zu Gestalt. Perlen, tropfend von Decken, wandernd, herab an Hängen aus Kunststoff und Glas.

Beats.

Ein unablässiges Wummern in der Luft. Wuchtige akustische Schläge, ein stetes Trommelfeuer an Sounds, das in unermüdlichem Stakkato das Tempo der Nacht in Szene setzt. Vibrierende Pegel aus Schall, die den Raum, die Körper und die Zeit gnadenlos in eine feste Form zwingen, um diese gleich wieder auseinander zu reißen und neu zusammen zu setzen.

Es ist eine Samstagnacht im Jahr 2021. Oder vielleicht auch 1991?

Man weiß es nicht. Vielleicht spielt es auch keine allzu große Rolle. Für die Musik spielt es auf jeden Fall keine. Ihr ist es egal, wo wir sie als Zuschauende, oder vielmehr Zuhörende, hin definieren wollen. Für die jeweilige Zeit jedoch, in der die Musik stattgefunden hat bzw. stattfindet, spielt die Musik durchaus eine wesentliche Rolle. Eine Musik, die in ihrer theoretischen, künstlerischen, kulturellen Dimension im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte zwar einige Wandlungen in Wahrnehmung wie Zuschreibung erfahren haben mag, dabei in ihrem Kern jedoch die gleiche geblieben ist. (Fight us on this!)

Lang bevor elektronische Clubmusik, lang bevor „Techno“, bevor „House“, Einzug gehalten haben in ungezählte Spotify-Playlisten, Werbespots internationaler Konzerne und Seminarräume gesellschaftswissenschaftlicher Institute, gab es hier, in der nördlichsten Stadt Italiens, bereits einen kleinen Kreis von Menschen, die dieser Musik eine derart signifikante Bedeutung in ihren eigenen Biografien und ihrem Alltag gegeben haben, dass diese sich auf deren Schultern und Werk über die Jahre zu ebenjener Musikkultur entwickeln konnte, mit und in der wir heute leben .

Mit Überzeugung, Leidenschaft und der unerlässlichen Prise Wahnsinn im Blut haben sie sich in ein Projekt gestürzt, dessen Folgen sie vielleicht nicht in ihrer Gänze vorhergesehen, aber dessen Notwendigkeit und Potential sie definitiv in ihren Knochen gespürt hatten.

Ein Projekt, das seinen Anfang in einem unscheinbaren Gebäude in Oberföhring, einer kleinen, an der Nordgrenze Münchens anliegenden Gemeinde nahm, von wo aus es innerhalb weniger Jahre Formen und Ausmaße annehmen sollte, die man sich bei bestem Willen und visionärstem Blick nicht hätte ausmalen können.

Besagtes Gebäude, eine unscheinbare Baracke auf einem ehemaligen Lazarettgelände der in den Nachwehen des Zweiten Weltkriegs in Bayern stationierten US-Truppen, firmierte damals – vor seiner Zeit als „Kafe Kult“, als welches es manch einem heute besser bekannt sein dürfte – als „Kulturstation“ und hatte von der Mitte der 1980er-Jahre an bereits für eine Reihe subkultureller Spektakel mehr als bereitwillig Pate gestanden.

Im Herbst 1991 sollte dann ein weiteres das Licht der Welt erblicken. Ein Spektakel, welches mit Blick auf die bis dato – und auch seither – stark auf Punk, Hardcore & andere Gitarren-lastige Musik ausgerichtete Soundpalette der Kulturstation eine Zäsur für diese bedeuten sollte. Und mit Blick auf die kommenden Jahre ehrlicherweise nicht bloß für den Laden, sondern vielmehr für die Stadt.

Die Geburtsstunde der „Ultraworld“.

Energiegeladen und frisch inspiriert von einem Besuch im „Tresor“, ebenjener noch heute agierenden Soundinstitution der damals frisch gebackenen Bundeshauptstadt, wo sie eine nachhaltig prägende Nacht zu den Mixing-Künsten von Jeff Mills und Blake Baxter verbracht hatten, machten sich unsere zwei Hauptprotagonist*innen, Upstart* & Dorle*, an die Aufgabe, das dort Gesehene & Gehörte diesseits der Isar zu tragen und auch hier im Herzen der bayerischen Hauptstadt erlebbar zu machen und eine Heimat zu geben.

Gemeinsam mit der von Dirk von Lowtzow als „Nana Mouskuri des deutschen House“ besungenen Charlotte Goltermann und Herbert X schlugen sie ihre musikalischen Wurzeln in die bereitgestellte Fläche der Kulturstation und schufen mit Herzblut und purem Willen etwas, aus dem schließlich einer der Grundsteine der elektronischen Musikszene Münchens erwachsen sollte. Eine Tatsache, die den Beteiligten zu gegebenem Zeitpunkt vielleicht noch nicht wirklich bewusst war. Und seien wir mal ehrlich – eine Gruppe junger Menschen, die gemeinsam ihre Passion für eine neue Musik ausleben will? Klingt nicht allzu bahnbrechend, oder?

War es aber doch. In einer Stadt, in einer Jugend, die gerade im Begriff war, von einer Serie aus abebbendem Disco Fever, durchgenudelter Neuer Deutscher Welle und inflationär durchs Radio quäkenden melodischen Synthie-Hymnen mitten in eines der sündhaftesten Jahrzehnte der popmusikalischen Historie zu taumeln (Eurotrash galore!), an eine Musik zu denken, die nicht in molligen, Pathos-durchtränkten Harmonien und austauschbaren Lyrics ersäuft; in einem Laden, in dem der Otto-Normal-Gast Musik, die nicht vollständig aus infernalisch durchgepeitschten Gitarrenriffs und aus dem Brustton der selbstgerechten Überzeugung heraus systemverdammenden Texten bestand, ohnehin schon misstrauisch beäugt wurde, an eine Musik zu denken, die aus quasi gar keinen natürlichen Instrumenten, geschweige denn Texten mehr besteht; und dann noch die Chuzpe zu besitzen, aus dem Ganzen eine anschlussfähige lokale Musikkultur schaffen zu wollen… gewagt, will man meinen.

Ein Wagnis, dass das Quartett nur allzu gern eingegangen ist. Und eines, das sich bezahlt gemacht hat. Bewaffnet nur mit einer Handvoll Heller und Pfennigen, den neuesten Lieferungen aus dem Fundus des „Optimal“ – dem ikonischen Schallplattenladen im Münchner Glockenbach, den Upstart 1982 gegründet hatte – und einer Tonne voller Ideen, machten sich die Vier auf, dieser Musik, die damals noch so neu war, so schwer in Worte zu fassen, eine Heimat zu geben.

Und so wurde unter der musikalischen Federführung von Upstart und den kreativen Augen von Dorle und Charlotte die Kulturstation einmal im Monat von einem biersiffigen Verschlag verwandelt in einen Raum jenseits dessen, was sich Otto-Normal-Diskogänger*innen zu der Zeit optisch wie akustisch vorzustellen vermochten. Die Ultraworld lebte eben nicht allein von dem Sound, so neu, reizvoll und revolutionär dieser auch war. Die Ultraworld war ein ästhetisches Gesamtkonzept, ein Erlebnispark der Sinne. Optische, akustische, haptische Welten, komprimiert auf diese wenigen Quadratmeter im Herzen einer Grünanlage im Norden Münchens, und erlebbar nur in dieser einen besonderen Nacht im Monat. Und das trotz der damals gängigen Sperrstunde um 3 – all night long. Die Willigen wie Eingeweihten, die ihren Weg zur Kulturstation fanden, erwarteten im Inneren alles von gigantischen Fotocollagen aus aussortierten Kunstfotografien über volldekorierte Wälder aus Christbäumen, von gerupften Vögeln an den Decken zu ausufernden Dschungelplantagen. Das für jedes Mal neu entworfene, einzigartige Interieur der Ultraworld vermochte jeden Zuschauenden in seinen ganz eigenen Bann zu ziehen. Ein Bann, der seine volle Wirkung natürlich nur in Verbindung mit dem Sound entwickelte.

Dem neuen Sound der neuen Stunde – Techno.

Diese Musik, die man vorher so nicht gekannt hatte. Die man noch nicht so recht verstand. Die man mit dem Kopf auch nicht wirklich verstehen musste, weil ihre Wirkung so oder so entstand. Diese Musik, deren performative Wirkmacht bis heute nichts an Intensität verloren hat. Mit dieser ihr innewohnenden Fähigkeit, aus endlos scheinender Repetition und der schieren Wucht ihrer Lautstärke bei ihrer Zuhörerschaft einen Zustand zu schaffen irgendwo zwischen Ekstase und Meditation, zwischen völliger Enthemmtheit und absoluter innerer Ruhe. Und das mit nicht viel mehr als einer Bassdrum, ein paar High-Hats und einer Snare.

Diese Magie einzufangen, in den Moment zu bannen, und sie über eine ganze Nacht zu ziehen, das haben seither schon viele geschafft. Aber dort in der Kulturstation, das war einer der Orte, wo es mit angefangen hat. In einer kleinen Baracke in Oberföhring, mit nicht viel mehr ausgestattet als einem Mixer, zwei Plattenspielern, ´ner wuchtigen PA, einer Nebelmaschine und ein paar Strobos. Und ganz ehrlich – was braucht es auch großartig mehr?

[Fortsetzung folgt…]

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